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Mein Kampf für MCS-gerechten Wohnraum

Urs Beeler

Postfach 7

6431 Schwyz

Gesamt-Bundesrat
z.H. Fau Bundespräsidentin sowie
Damen und Herren Bundesräte
Bundeshaus

3003 Bern

MCS-gerechter Wohnraum muss endlich realisiert werden
Offener Brief an die Schweizer Landesregierung betr. MCS-gerechtem Wohnraum

 

Brunnen, den 14. Dezember 2009
 

 

Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin
Sehr geehrte Damen und Herren Bundesräte
Sehr geehrte Damen und Herren Parlamentarier


In diesem Schreiben geht es um das Thema MCS (multiple Chemikaliensensibilität) und das Problem des seit Jahren nicht zur Verfügung stehenden festen MCS-gerechten Wohnraums.
Um für Sie die Sache etwas greifbarer zu machen, gehe ich in die Vergangenheit zurück.

 

Neurodermitiker - und MCS lange Zeit unentdeckt
Seit Geburt, 7.6.1963 in Luzern, leide ich an einer massiven atopischen Dermatitis. So machte ich mit jungen Jahren die Bekanntschaft mit Hautärzten. Dabei herrschte seit Anbeginn ein gespanntes Verhältnis: praktisch alle Cremen und Salben, die sie mir verschrieben, waren für mich unverträglich. Dies äusserte sich mit starkem Juckreiz, Schwitzen, Hautrötung, Brennen, Nervosität. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich einst aus einer solchen „Hautpraxis" in Luzern als kleiner Bub panikartig die Flucht ergriff. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir Dermatologen „helfen" könnten. Nach Anwendung ihrer verschriebenen Produkte verschlechterte sich mein Hautzustand! Unvergesslich ein Arztbesuch bei Dermatologe Dr. med. P. Huber, Zug, im Jahre 1978: Sämtliche verschriebenen Cremen/Salben waren hochallergieauslösend!
Irgendwie schien niemand die Funktionsweise meines Immunsystems zu verstehen. Anfangs bis mitte der Siebzigerjahre war ich bei Dr. med. Paul Amstutz, Schwyz, in Behandlung. Amstutz war kein „böser" Arzt, aber durch und durch ein „Chemiearzt". Bei jedem Asthma wurde gleich (sinnlos!) geröntgt. Bei Ekzemen Cortison verschrieben. Später wechselte Dr. Amstutz zur „Basler Chemie" nach Basel und war dort äusserst erfolgreich tätig. Dr. Amstutz ist kürzlich verstorben und hinterlässt ein Vermögen von über 20 Millionen Franken.
Sein Nachfolger, Dr. med. Erich Nauer, röntgnete mich innerhalb von 30 Jahren kein einziges Mal, setzte aber - wie das in den 70/80er Jahren noch üblich war - meiner Meinung nach etwas zu stark auf Cortison (Spritzen und Cremen/Salben). Denn plötzlich waren wir bei der stärksten dermatologischen Salbe - Dermovate - angelangt, ohne, dass sich an meinen Symptomen etwas zum Positiven geändert hätte.

 

(M)eine Krankengeschichte
Immer wieder schilderte ich Dr. Nauer die (wie erst nachträglich festgestellt wurde) für MCS typischen Symptome. Er verstand (wie viele andere) nicht. So wurde ich an weitere Ärzte verwiesen: Dr. med. Gottfried Hofer, Küssnacht am Rigi, stellte nach Mitte der Neunzigerjahre „starke, umfassende Allergien" fest. Ebenso der Komplementärmediziner Dr. med. Andreas Beck, Bern. Beck aber schien mit seiner Komplementärmedizin in meinem Fall total überfordert zu sein. Als ich seine komplementärmedizinischen Resultate und vor allem Behandlungsansätze kritisch zu hinterfragen anfing, ihn auf Widersprüche aufmerksam machte und Fragen stellte, vor allem sagte, dass seine Allergiebehandlungen nichts brächten, kam diese Kritik beim alterssturen Berner Arzt nicht gut an. (Wobei er mich nicht widerlegen konnte und seine Arzthelferinnen mich und meine Position bekräftigen! Tatsache!)
[Anmerkung: Es ist immer schwierig, einer Person oder Situation hundertprozentig gerecht zu werden, was mein Ziel wäre! Positiv an Dr. Beck ist zu erwähnen, dass er als einer der wenigen Ärzte sein Augenmerk auch auf den Mund- und Kieferbereich legte (im Sinne der sog. Herdlehre). Beck sprach sich in meinem Fall für eine komplette Amalgam-Entfernung ohne Wenn und Aber aus, womit er hundertprozentig Recht hatte! Auch mit den Anschauungen, Zahnsubstanz möglichst zu erhalten und wenn immer möglich keine Wurzelbehandlungen durchführen zu lassen, lag Dr. Beck richtig. Seine sture Auffassung jedoch, schräg liegende, nicht ganz herausgewachsene oder sonstwie seiner Meinung nach "problematische" Weisheitszähne quasi generell herausoperieren zu lassen und nachträglich die Wundstellen mittels Lidocain (> Neuraltherapie) zu versorgen, fand ich etwas suspekt und (zu) weit hergeholt. Zumal selbst Zahnärzte aus denselben komplementärmedizinischen Reihen wie Beck dessen "Überzeugung" zurecht skeptisch gegenüber standen bzw. klar ablehnten. So z.B. Dr. med. dent Stefan Spoerri, Zürich.
An Dr. Beck ist vor allem zu kritisieren, dass wenn ein Arzt schon "eigenwillige medizinische Theorien vertritt", er auch den Mut haben sollte, diese schriftlich in Arztzeugnissen etc. zu vertreten / zu begründen. Trotz x-facher Nachfrage hat dies Beck nie getan, was zumindest als Schwäche und Unzulänglichkeit auszulegen ist. Beck wetterte hingegen viel und gerne über die Schulmedizin, um sich als Komplementärmediziner von ihr abzugrenzen.
Ich könnte jedoch nicht behaupten, dass Dr. Becks Bioresonanztherapie mir gesundheitlich irgend etwas gebracht hätten, ebenso wenig wie seine strengen Diäten: keine Milch, nur Dinkelbrot etc.
Interessant und fortschrittlich war, dass Beck vom Patienten forderte, sich über seine Krankheit und deren (hier die Einschränkung: alternativmedizinischen) Behandlungsmethoden zu orientieren.
Positiv war, dass er im Jahre 1996 als erster Arzt überhaupt das Problem Waschmittel erkannte - ohne jedoch scheinbar etwas über die tatsächlich problematischen Stoffe (vor allem Parfüm!) zu wissen! Noch weit entfernt von der korrekten Diagnose MCS mit charakteristischer Duftstoffunverträglichkeit! Ein unvergessliches Defizit des stämmigen, bärtigen Berner Arztes war auch, dass er nie bzw. selten wusste, was er in der Behandlung zuvor gemacht hatte... All diese Vor- und Nachteile waren seinen Praxisassistentinnen bestens bekannt. Sie wussten aber auch, dass gegen Becks Alterssturheit kaum etwas auszurichten war. - Ich hoffe, dass damit das Bild betr. Dr. Beck etwas differenzierter ist. U.B.]

 

MCS - ohne, dass dies erkannt wurde!
1997 stellte ich fest, dass ich plötzlich „normales" = heutzutage immer noch zwangsparfümiertes Waschmittel nicht mehr vertrug, ebenso parfümiertes Shampoo, Deos etc. Ich bestellt damals bei Henkel, Unilever etc. Waschmittelproben. Das einzige von ca. 20 Waschmitteln, das ich noch vertrug, war OMO Sensitive ohne Parfüm, Farbstoffe und optische Aufheller. Dies hatte ich durch „Selbstversuch" herausgefunden. Ich fand heraus, dass bei mir allergische Abläufe resp. meine Chemikaliensensibilität primär über die Nase (das Geruchsvermögen) abläuft und mein Körper darauf typischerweise reproduzierbar mit starkem Juckreiz, Schwitzen, Hautrötung, Brennen, Nervosität reagiert. So stellte ich krankheitsbedingt in der Folge mein komplettes Sortiment an Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln auf duftstofffrei um. Ebenso natürlich sämtliche Körperpflegeprodukte. Dies war zu der Zeit noch gar nicht einfach, weil damals noch das nötige Know How fehlte und alles zuerst selber ausgetestet werden musste.

 

Immunsystembedingter Rückzug
Unter der Chemikaliensensibilität leidend zog ich mich anfangs des neuen Jahrtausends zusehends zurück und arbeitete bestmöglich weiter. Wobei MCS immer mehr zu einem Handicap wurde. Schliesslich hatte ich vor, das im Jahre 1999 aus der damaligen Erbengemeinschaft erworbenen Elternhaus im Jahre 2004 in ein komplett MCS-gerechtes Wohnhaus umzubauen. Die Grundvoraussetzungen dazu waren gut, denn die Bausubstanz der Alten Brauerei Schwyz stammt aus dem Jahre 1870. Nur waren unzählige Fehler/Sünden mit dem Einbau von Sondermüll bei stattgefundenen „Renovationsarbeiten" und Umbauten der vergangenen Jahrzehnte begangen worden, die es zu korrigieren galt.
Mit der Idee eines solchen Projekts (schadstofffrei wohnen) wurde ich noch im Jahre 2004 als „Spinner" belächelt. Die Schwyzer Kantonalbank wollte von einer Weiterfinanzierung der Liegenschaft Alte Brauerei Schwyz nichts wissen und stellte stattdessen das Verwertungsbegehren. Dabei erlitt ich einen Erbteilverlust von 242'000.-- Franken (Differenz gegenüber dem kant. Schatzungswert), musste (trotz Verlust!) mehrere zehntausend Franken Liegenschaftsgewinnsteuern zahlen und allein dem Betreibungsamt Schwyz für seine in Zusammenhang mit der Verwertung stehenden Aufwände rund Fr. 10'000.--.

 

Nach 40 Jahren „Alte Brauerei Schwyz" auf der Strasse
Danach musste ich mein Elternhaus, in dem ich 40 Jahre (!) lang gewohnt hatte, verlassen. Mittellos war ich an die Fürsorgebehörde der Gemeinde Schwyz gelangt und forderte krankheitsbedingt schadstofffreien Wohnraum. Diese Forderung wurde von der rückständigen, in der Sache völlig überforderten Schwyzer Vormundschaftsbehörde dahingehend interpretiert, dass ich „an einer wahnhaften Störung" leiden würde... Unglaublich, aber wahr und dokumentiert: Via nachweislich fingierter „Verdachtsdiagnose" wurde ich von Bezirksarzt III Dr. med. Gregor Lacher per FFE am 9.3.05 in die Psychiatrische Heil- und Pflegeanstalt Oberwil eingewiesen. Lacher hatte mich zuvor noch nie gesehen! Völlig absurd das Ganze! 9 Tage später - am 18.3.05 - wurde anlässlich der Sitzung des Schwyzer Verwaltungsgerichts der FFE gegen mich aufgehoben. Dass im Jahre 2005 für eine in der Schweiz praktisch nicht vorhandene Umweltmedizin eine hingegen breit etablierte, systemtreue politische Psychiatrie aufgeboten wird, ist ein Armutszeugnis, hat aber auch eine positive Seite: man lernt die Schwächen des Systems in unserm Land kennen und kann sie radikal entlarven!

 

Behördliche Ignoranz
Später versuchte mich die Gemeinde Schwyz (Fürsorgepräsident O. Suter) rücksichtslos in eine Schimmelpilz-Schadstoff-Schrottnotwohung beim „Kristall" in Seewen abzuschieben, was diesem jedoch dank meiner Geistesgegenwart und Zivilcourage misslang.
Der Kampf mit Behörden vom 9.3.05 bis heute ist bzw. wird unter www.urs-beeler.ch im Internet dokumentiert. Als Zeitzeugnis für spätere Historikerkommissionen, die an meinem Fall aufzeigen werden können, was falsch lief und welche ungeheuren Anstrengungen meinerseits nötig waren, bis MCS als Allergie im Sinne von ICD T-78.4 anerkannt und schliesslich Hilfe betr. MCS-gerechtem Wohnraum angeboten wurde.

 

Das System will Beweise sehen
Im Mai 2005 trat ich eine 5 Tage dauernde medizinische Abklärung bei der Dermatologischen/Allergologischen Abteilung des UniversitätsSpitals Zürich an. Eine massive atopische Dermatitis und eine hochgradige Chemikaliensensibiltät (MCS) wurden fachärztlich durch PD Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier bestätigt! Mitte des Jahres 2005 hatte ich auch endlich einen kompetenten Spezialisten betr. MCS gefunden: Herr Dr. med. Martin H. Jenzer, Hergiswil NW, ausgebildet im EHC Dallas (USA) unter Prof. William Rea, dem weltweit führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Chemikaliensensibilität. Dr. Jenzer liess diverse Laboruntersuchungen durchführen, darunter Spezialuntersuchungen in einem Labor in den USA. Endlich ein Arzt, der mir nach Jahren (Jahrzehnten!) helfen konnte! Im Labor wurden auch Unverträglichkeiten auf bestimmte Lebensmittel festgestellt.

 

Doch das Wichtigste fehlt weiterhin: fester MCS-gerechter Wohnraum!
Weil ich keine MCS-gerechte Behausung in Innerschwyz finden konnte, testete ich praktisch sämtliche Hotels der Region auf bestmögliche Verträglichkeit. Dabei stellte sich das Hotel Alpina (Baujahr 1875) in Brunnen als vernünftigste Übergangslösung heraus. Der alte Teil, in dem ich wohne, besteht aus Bruchsteinmauern, das Zimmer besitzt 4 Holzfenster plus einen Massivholzboden, das Bad ist gefliest und darin eine kleine Waschmaschine zum ausschliesslich duftstofffrei waschen mit OMO Sensitive installiert (absolut wichtig bei MCS!). Im ganzen Zimmer werden ausschliesslich schad- und duftstofffreie Produkte eingesetzt.
Nicht optimal ist die unmittelbar angrenzende Gersauerstrasse (Verkehr), sehr positiv jedoch der rund 200 m südlich angrenzende Vierwaldstättersee wegen der guten Seeluft, die regelmässig je nach Windrichtung bis zum Alpina kommt.
Nicht bzw. bloss eingeschränkt MCS-gerecht ist leider der Rest des Hotels, in dem mit konventionellen Waschmitteln (in der Hotelwaschküche z.B. mit Ariel Color) gewaschen wird, welche im ganzen Haus (ausser bei mir) an Waschtagen zu riechen sind. Nicht oder nur teilweise MCS-gerecht sind auch die übrigen Putz- und Reinigungsmittel, die im Hotelbereich eingesetzt werden. So ist das Leben in meinem Hotelzimmer selbst zwar akzeptabel, die äusseren Immissionen beim Verlassen des Zimmers bei Hochbetrieb jedoch oft „der Hammer", weil eine Zumutung für mich (mein Immunsystem) > Exposition gegenüber (zu) vieler Schadstoffe!

 

Das Zimmer im Hotel Alpina Brunnen war ursprünglich nur als eine Übergangslösung gedacht
Am kommenden 10. April 2010 werde ich sage und schreibe 5 Jahre „Hotelgast" im Alpina Brunnen sein! Trotz allen Bemühungen in den vergangenen 60 Monaten konnte kein fester MCS-gerechter Wohnraum gemäss Arztzeugnissen gefunden werden!
Teilweise wurde ich als Bewerber einfach mit der Begründung abgefertigt, es sei schon zu viel über mich in den Zeitungen geschrieben worden. Die meisten interessiert MCS (eine Allergie!) nicht, sie wollen einen „normalen Mieter". Erkennbar ist auch die Furcht, dass man sich einem MCSler via Umstellung der Wasch-, Putz- und Reinigungsgewohnheiten „anpassen" müsse. Was der Umwelt (Luft und Gewässer) zugute kommen würde. Aber offenbar haben sich Duftstoffe für eine breite Masse der Bevölkerung zu einer Art „Droge" entwickelt, auf die nicht verzichtet werden will. Die Firma Henkel macht sich diese Doppelbödigkeit zu nutzen und lancierte Terra Activ, eine durchwegs parfümierte = allergieauslösende Wasch-, Putz und Reinigungsmittelpalette unter dem scheinheiligen Deckmäntelchen der „Ökologie". Solcher Okeo-Schwindel ist in der Schweiz und der Schweizer Werbung gang und gäbe. Doch Vorsicht: Juristische Gefahr droht nicht den Herstellern allergieauslösender Produkte, sondern denjenigen, welche solche zwangsparfümierten Ökoschwindel-Produkte kritisieren! Mit dem Vorwurf „unlauterer Wettbewerb" kann in der ach so freien Schweiz jede noch so gerechtfertigte Kritik innert Kürze gebodigt werden! Denn so, wie im Mittelalter die Hl. Römisch-katholische Kirche regierte, so hat haben heutzutage das Kapital und die Wirtschaft das Sagen. Nicht zuletzt sorgen sie auch für die „richtigen" Gesetze.

 

Die Entstehungsgeschichte meiner MCS-Erkrankung
Wie bei meiner massiven atopischen Dermatitis, welche ich seit Kindheit habe (genetisch bedingt), dürften auch bei MCS mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Vermutlich eine genetische Prädisposition. Ferner weiss ich, dass mir die etlichen massiven Cortison-Ladungen gegen Infekte in meiner Kindheit und Jugendzeit nicht gut taten. Denselben Eindruck habe ich betr. Impfungen. Von der im Jahre 1976 durchgeführten Zahnsanierung mit Amalgam weiss ich mit Sicherheit, dass sie meiner Gesundheit nachhaltig geschadet hat, wobei ich meinem damaligen (im übrigen sehr guten) Zahnarzt keinen Vorwurf machen darf, weil diese Vorgehensweise damals üblich war. Im Übrigen hat mich derselbe Zahnarzt um die Jahrtausendwende von sämtlichen Amalgamfüllungen befreit, d.h. es wurde eine komplette Amalgam-Sanierung zu meiner besten Zufriedenheit durchgeführt.
Ein (weiterer) Impuls für eine spätere MCS könnte eine Formaldehyd-Überdosierung aus dem Jahre 1980/81 sein. Damals arbeiteten mein Vater (1988 an Leukämie verstorben) und ich an einer Wohnung. Der Geruch des verwendeten Migros Do-it-yourself Klebers war dermassen penetrant, dass ich davon stechende Kopfschmerzen bekam, quasi „k.o." war und mich hinlegen musste. Für eine zunehmende Sensibilisierung dürfte ferner die Tatsache gesorgt haben, dass ich jahrelang praktisch täglich den heute bei mir heftige allergische Reaktionen auslösenden Substanzen ausgesetzt war: parfümierten Waschmitteln, Putz- und Reinigungsmitteln etc. - eigentlich allem, was ein heutiger „Durchschnittshaushalt" an parfümierten Chemikalien aufweist. Hinzu kam ein undicht mit KMFs (Glaswolle) isolierter Dachstuhl und völlig unnötig mit ausgasendem Holzschutzmittel behandelter Estrich. Kleine Dosen eines Giftes über längere Zeit eingekommen können ähnlich toxisch wirken wie ein oder mehrere Male eingenommene hohe Dosen. Es nützt im Nachhinein jedoch nicht mehr viel, sich in dieser Frage auf grosse Diskussionen einzulassen. Tatsache ist heute, dass ich seit Geburt an einer massiven atopischen Dermatitis und schon seit vielen, vielen Jahren an einer hochgradigen Chemikaliensensibilität (MCS) leide.

 

Die Allergologie ist mit ihren gängigen Diagnosemöglichkeiten noch lange nicht am Ende
Ich will nicht überheblich wirken, aber im Gegensatz zu Dermatologen/Allergologen, die sich auf simple Prick-Tests verlassen und meinen, sie hätten damit eine „Wunderwaffe" zum Orten von Allergien, weiss ich, dass mit den angewandten Allergie-Tests tatsächlich nur ein Bruchteil dessen erkennbar ist, was eigentlich erkennbar sein müsste. Effektiv erfasst die Nase eines echten MCSlers viel mehr, und es reagiert sein Körper auf allergieauslösende Substanzen (wie in meinem Fall) sofort, d.h. ohne Verzögerung.

 

Objektive Indizien für eine hochgradige Chemikaliensensibilität...
... sind in meinem Fall ein hoher IgE-Wert von weit über 2'000 (über 20 x Grenzwert 100), Schimmelpilzallergie, Pollenallergie sowie weitere Typ-1-Allergien. Nicht zu vergessen auch die verschiedenen, nachgewiesenen Nahrungsmittelallergien (Erdnüssli etc.). Vom erfahrenen Fachmann kann MCS aber bereits schon auf Grund einer sorgfältig durchgeführten Anamnese mit Fragebogen betr. Chemikaliensensibilität erkannt werden. (So etwas wird bei einer „interdisziplinären Untersuchung" in Basel „selbstverständlich" NICHT gemacht!)
Ich selber glaube, dass eine hochgradige MCS heute noch eine sehr seltene Erkrankung darstellt. Weil es wenige Leute gibt, tut sich das System erfahrungsgemäss schwer, weil das nötige Wissen fehlt. Zum Glück fand ich mit Herrn Dr. Martin H. Jenzer, einen hervorragend ausgebildeten Arzt, der meinen Fall endlich richtig checkte und mir mit seinen gezielten Medikamentierungen auch zu einem gewissen Grad helfen konnte.

 

Was ist das Hauptproblem bei MCS? In meinem Fall DUFTSTOFFE und weitere Schadstoffe!
Der Durchschnittsmensch reagiert nicht oder nur schwach auf Duftstoffe, ein echter MCSler hingegen extrem darauf!
Praktisch fast in jedem, d.h. sicher aber in über 95% aller Haushalte werden standardmässig parfümierte, für einen MCSler hochallergieauslösende Waschmittel (Dash, Ariel, Persil, Sun Fresh, Total, etc.) eingesetzt. Der heutige Wahnsinn: In der Stiftung Warentest wird das allergieauslösende Ariel Color sogar noch zum „Testsieger" erkoren! Wie übrigens das allergieauslösende Persil Color im „K-Tipp". Beides Ohrfeigen für MCSler. Das einzige Waschmittel von dem mir seit 12 Jahren kein Fall von Unverträglichkeit bekannt ist - OMO Sensitive ohne Parfüm, Farbstoffe und optische Aufheller - wird bei Tests standardmässg weggelassen.

 

Ein allgegenwärtiges Problem: die Zwangsparfümierungen ganzer Produktegruppen
In den Waschmittelregalen der Schweizer Grossverteiler sind heutzutage die allermeisten Wasch-mittel völlig unnötig parfümiert. Produzenten und Grossverteiler argumentieren damit, dass dies die Mehrheit der Konsumenten so wolle. Dabei ist die Zwangsparfümierung von Waschmitteln absolut hirnrissig. Waschen = sauber machen und gleichzeitig parfümieren (= neu verschmutzen!) ist ein Widerspruch in sich! Es wird aber nicht nur die Wäsche belastet, sondern das menschliche Immunsystem (Allergien!), die Luft, die Gewässer und die dort lebenden Tiere!
Was heutzutage mit der Zwangsparfümierung praktisch sämtlicher Produktegruppen im Wasch-, Putz-, Reinigungsmittel- sowie Körperpflegesektor abgeht, ist eine einzige grosse Katastrophe! Ganz speziell betroffen sind davon MCSler!

 

Ein Konsumentenschutz, der gar nicht weiss, um was es geht
Der angepasste Europäische und Schweizer Konsumentenschutz zeigt an diesem Thema jedoch kein Interesse: Parfümiertes (allergieauslösendes) Ariel Color als Testsieger! Parfümiertes (allergieauslösendes) Persil Colorwaschmittel als Testsieger! Von dem im "K-Tipp 3/2009" getesteten Waschmitteln waren sämtliche parfümiert und (hoch)allergieauslösend für einen MCSler! Ein derartiger „Konsumentenschutz" ist ein absoluter Hohn!
Der Schwindel geht aber noch weiter: P&G macht grosspurig mit der Stiftung Warentest Auszeichnung TV-Werbung für sein Ariel Color, Henkel mit seinem vom K-Tipp ausgezeichneten Persil Colorwaschmittel!

 

Zwangsparfümierung von Produkten - ein bis heute nicht erkanntes Problem!
Im Schweizer Fernsehen klar zu sagen, was los ist, dafür fehlt entweder das Wissen bzw. das Interesse oder auch der Mut. Man will es mit Gross-Werbekunden nicht verspielen.
Resultat der Waschmittel-Zwangsparfümierung: In praktisch jedem Mehrfamilienhaus, Wohnblock etc. zieht parfümierter Waschmittel-Gestank die Treppen hinauf, dass es einen MCSler fast aus den Schuhen wirft bzw. er rechtsumkehrt macht! Für den „Durchschnitt" ist dieser Waschmittelgestank offenbar i.O. Er bzw. sein Immunsystem reagiert nicht.
Dann geht der Horror für einen MCSler weiter: Wiederum absolut unnötig ist das Treppenhaus, sind die Böden der Mietwohnungen mit einem unnötig parfümierten = allergieauslösenden Putzmittel, z.B. Ajax Blütenduft versehen. Die Immunsystem-Reaktionen kommen sofort: Juckreiz, Schwitzen, Nervosität, Kopfweh, Gereiztheit, Hautrötung usw. Das Immunsystem schlägt Alarm!

 

Überall Parfümgestank statt saubere Luft!
Das Klo der typischen Schweizer „Durchschnittswohnung" stinkt heutzutage nach dem aufdringlich-penetranten Parfüm-Gestank der „WC-Ente". Hinzu kommt ein „Duftspender" in der WC-Schüssel, evtl. auf dem Lavabo. Das Toilettenschränklein ist voller mit Parfüm getränkter Produkte: Cremes, Rasierschaum, Bodylotions, Shampoos, eigentliche Parfüms, Rasierwasser, Seifen etc.
Für einen echten MCSler ist solche Luft „zum Abwinken", weil hochallergieauslösend!
In der Schweizer Durchschnittsküche steht neben dem Spülbecken ein unnötig zwangsparfümiertes Geschirrspülmittel, zusätzlich auch noch mit einem unnötigen Farbstoff versehen, oft Gelb für Zitronenduft und Zitronenfarbe. Unter dem Spülbecken befindet sich ein ganzes Arsenal an zwangsbedufteten Putz- und Reinigungsmitteln für den Haushalt.
Wer der naiven Laien-Auffassung ist, diese Duftstoffe würden ja alle wieder „automatisch verschwinden", der täuscht sich: Viele der heutzutage eingesetzten Parfümstoffe sind dermassen hartnäckig und resistent, dass sie auf allem Berührten regelrecht „kleben" bleiben. So riecht z.B. ein mit Persil gefüllt Waschbecher trotz immer wieder durchgeführtem Waschen noch nach Jahren!

 

Parfümstoffe „verkriechen" sich überall in der Wohnung...
...und sorgen für einen „permanenten Parfümgestank". Offenbar von manchen Leuten so gewünscht - für echte MCSler sind solche Wohnungen „kontaminiert" und unbewohnbar!
Damit wäre einmal das zentrale Problem - Duftstoffe - am praktischen Beispiel illustriert.

 

Parfümgestank - ein rein künstlich geschaffenes Umweltproblem!
Zu oben vielleicht zu erwähnen ist noch, dass es diesen gesamten Parfümgestank in all diesen Produktegruppen gar nicht braucht und es auch OHNE geht. Beispiele für parfümfreie, schadstofffreie Produkte findet man unter www.mcs-haus.ch „Duftstofffrei".

 

Heizen
Die schlimmsten Heizungen für MCSler sind Holzheizungen und Cheminées (Abgase, vor allem Feinstaub; Abgase aus illegaler Müllentsorgung). Die ideale Heizung ist die immissionslose, z.B. Wärmepumpe.
Bei MCS geht es krankheitsbedingt nicht darum, was politisch opportun ist bzw. je nach Lobby am meisten Geld einbringt, sondern was keine oder bloss geringe Symptome auslöst. Massstab ist also das gesundheitliche Wohlbefinden und nichts anderes!

 

Sondermüll im modernen Hausbau
Das Einbauen von Sondermüll in neuen Häusern ist heutzutage der Normalfall. Als extremsten Fall menschlicher Dummheit habe ich die Vorstellung des „Watthauses" im Schweizer Fernsehen (SF1) erlebt. Die ganze formaldehydausgasende Spanplattenhütte mit dicker (ebenfalls ausdünstender) ISOVER-Glaswolle (Sondermüll!) isoliert! Eine dümmere, alle Regeln der Baukunst spottende, mehr an Sondermüll verwendende Bauweise ist kaum mehr möglich! Ich habe mich per E-Mail mit dem damaligen Redaktionsteam für die Sendung in Verbindung zu setzen versucht, jedoch nie eine Antwort erhalten - aber zum Glück auch von diesem „Watthaus" nie mehr etwas gehört!

 

Eine Rückbesinnung auf das richtige (= schadstofffreie) Bauen ist notwendig
Aber dieses „Watthaus", propagiert damals vom Schweizer Fernsehen, hat mir aufgezeigt, in welchem himmeltraurigen Zustand sich das einheimische Baugewerbe (zumindest Teile davon) punkto Bauwissen befindet. Statt Massivbauweise aus Stein formaldehydausgasende Spanplatten, statt Massivholz-Parkett- oder Holzriemenböden chemieausdünstende Laminatböden, statt Massivholzfenster Kunststofffenster, mit Glaswolle undicht abgedichtete Heizungsrohre im Keller, voll mit ausdünstender Glaswolle verhängte Estriche (in der Regel zusätzlich schlecht abgedichtet!). Falsche Farben im Aussen- und Innenbereich sind praktisch nur logisch (denn verkauft wird heutzutage das, was nicht das Beste ist, sondern am meisten Profit abwirft). Stark chemisch ausdünstende Bodenkleber und Bodentextilien. Ab und zu stirbt einmal ein Bodenleger an giftigen Dämpfen - aber der Wahnsinn geht weiter, als ob nichts wäre. Gasel, pardon Basel: „Sämtliche Toxwerte wurden eingehalten!" Und die systemtreue Psychiatrie: „Sämtliche Beschwerden sind rein psychisch!" - Auch die des Toten?
Generell: Mich erstaunt es immer wieder, wie viel Leute dies scheinbar „problemlos" vertragen und auf all diese Stoffe nicht reagieren!

 

Doch zurück zum Thema MCS und MCS-gerechtem Wohnraum...
Bundesverfassung Art. 108 Wohnbau- und Wohneigentumsförderung

1 Der Bund fördert den Wohnungsbau, den Erwerb von Wohnungs- und Hauseigentum, das dem Eigenbedarf Privater dient, sowie die Tätigkeit von Trägern und Organisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus.
2 Er fördert insbesondere die Beschaffung und Erschliessung von Land für den Wohnungsbau, die Rationalisierung und die Verbilligung des Wohnungsbaus sowie die Verbilligung der Wohnkosten.
3 Er kann Vorschriften erlassen über die Erschliessung von Land für den Wohnungsbau und die Baurationalisierung.
4 Er berücksichtigt dabei namentlich die Interessen von Familien, Betagten, Bedürftigen und Behinderten.

Praxis: Man kommt sich als MCSler in der Schweiz völlig ignoriert und ausgegrenzt vor! Zur Aufgabe der Fürsorgebehörden z.B. gehörte auch die persönliche Hilfe: Wissen Sie, wie viele Wohnraumangebote von der Gemeinde Schwyz in den vergangenen 5 Jahren betr. MCS-gerechtem Wohnraum kamen? Null!
Von Ingenbohl? Null!
Zu gute gehalten werden muss der Fürsorgebehörde Schwyz das Engagement von Herrn Fürsorgesekretär Carlo Carletti. Dieser hat sich aktiv betr. MCS kundig gemacht und dank Geld von Stiftungen mir Unterstützung zukommen lassen. Ein besonderes Dankeschön gilt an dieser Stelle einmal mehr auch Frau Marlen Marty-Betschart von der Sozialberatung Schwyz, die sich ebenfalls für das MCS-Projekt stark gemacht hat.
Ende des Jahres 2006 war ich guter Hoffnung, mein Wohnproblem lösen zu können. Nicht zuletzt auch dank der am 31.12.06 erfolgten Gründung des Vereins MCS-Haus, siehe www.mcs-haus.ch

 

Es kam dann aber anders
Statt Schwyz wurde neu Ingenbohl zu meinem Unterstütungswohnsitz erklärt. Hier begann wieder alles von Neuem. Null Verständnis für MCS. Jeder Antrag wurde/wird standardmässig abgelehnt etc. Seit zweieinhalb Jahren Stillstand. Kein einziges MCS-Wohnungsangebot! Die einzige, die sich für mein Anliegen bisher stark machte, war Frau Eliane Haas von der Sozialberatung Ingenbohl. Bedauerlicherweise jedoch verliess diese fleissige, zuverlässige und verständnisvolle Sozialarbeiterin mitte des Jahres 2009 die Gemeinde Ingenbohl.

 

MCS vom Bundesgericht anerkannt
Chemikaliensensibilität ist eine Erkrankung, die sich in der Schweiz im Allgemeinen mit einer Anerkennung schwer tut. Wo Fachwissen betr. Umweltmedizin, Allergologe, Immunologie etc. fehlt, wird von der politischen Medizin rasch, voreilig, aber allzu gerne die politische, systemtreue (leider allzu weit verbreitete) Psychiatrie zu Rate gezogen. Das Problem ist, dass sie bei MCS - einer Allergie - wenn sie ehrlich sein will mit ihren nach ICD-10 F-00- Diagnosen zwangsläufig scheitern muss. Weder stellt die systemtreue Schweizer Psychiatrie bei MCS nämlich die geeigneten Fragen noch hat sie die richtigen Antworten parat. Kurz: Sie ist ungeeignet und überfordert. So wenig sie einem Patienten mit Zahnschmerzen eine echte Hilfe sein kann (der richtige Fachmann heisst Zahnarzt), so wenig nützt sie einem echten MCSler und/oder Neurodermitiker.
Erwähnenswert ist unbedingt noch mein Erfolg vor dem Schweizer Bundesgericht betr. Ausrichtung von Diätkosten für schadstoffarme Bioernährung. In einem bahnbrechenden Urteil wurde meine MCS-Erkrankung vom höchsten Schweizer Gericht anerkannt und mir ein monatlicher Diätkostenzuschlag von Fr. 175.- für schadstofffreie bzw. schadstoffarme Bioernährung zugestanden! Siehe BGE 8C.346/2007 vom 4. August 2008.

 

Mein bisheriges Engagement betr. MCS-gerechtem Wohnraum
Ich habe in den vergangenen Jahren weit über 1'000 Stiftungen und Privatpersonen betr. Unterstützung meines MCS-Wohnprojekts angeschrieben, Inserate publiziert usw. Auch habe ich bei den Gemeinde Ingenbohl immer wieder um Hilfe nachgesucht. Aber irgendwie scheint denen mein Schicksal bzw. meine MCS-Erkrankung (weil sehr selten) völlig egal zu sein. Ich weiss, dass hochgradige MCS sehr selten ist. Aber dass man dieses Problem von behördlicher Seite seit 5 Jahren nicht angehen will, ist mir unbegreiflich! Ich kann machen, was ich will - man bietet mir nicht Hand!

 

Zur Interpellation 09.3816, Handlungsfeld Umweltmedizin vom 18.11.2009 heisst es...
...es habe sich noch niemand beim Bundesrat betr. eines MCS-Projekts gemeldet. Dann mache ich das gerne mit vorliegendem Schreiben! Nicht zuletzt mit dem Hinweis, dass wohl kaum ein anderer betr. MCS in der Schweiz mittlerweile so gut und umfassend dokumentiert sein dürfte wie mein Fall.
An dieser Stelle noch ein paar Ergänzungen zur Stellungnahme des Bundesrates zur oben genannten Interpellation: Wie erwähnt, ist MCS relativ selten. Aber man muss hier nichts neu erfinden oder „helvetisieren", weil es bereits eine über eine 10'000 Seiten umfassende, vor allem englischsprachige medizinische Fachliteratur dazu gibt. Der Hinweis betr. den „Forschungsresultaten" des UniversitätsSpitals Basel ist - pardon - nichtssagend. Prof. A. Bircher hat - es tut mir leid dies sagen zu müssen - Null oder sagen wir es etwas milder wenig Ahnung betr. MCS. Es gibt eben auch Allergien, die anders ablaufen als z.B. die bekannten Typ-1-Allergien über die Haut. Typisch für MCS ist z.B. eine Unverträglichkeit gegenüber bekannten Erkältungsmitteln wie Panadol, Noflu, Alcacyl etc. - einleuchtend, dass solche „paradoxen" Feststellungen an einem Pharmastandort nicht gut ankommen und deswegen quasi zum Vornherein „ausgeschlossen" werden. Dies hat jedoch mit Medizin und Wissenschaft nichts zu tun, sondern mit Politik!

 

Mit Ignoranz lässt sich das Problem auf die Dauer nicht lösen
Dass das UniversitätsSpital Basel die MCS-Problematik nicht ernst nimmt bzw. überhaupt nicht verstehen will, lässt sich allein schon daran erkennen, dass auf allen WCs der dortigen Allergiestation parfümierte "Lufterfrischer" im Einsatz stehen! (Ignoranz von Duftstoffallergien und MCS!) Kurz: Besagtes UniversiätsSpital Basel verfügt betr. einer objektiven Beurteilung von MCS über gravierende Defizite! Dazu gehört nicht zuletzt auch die Insuffizienz der angewendeten Testmethoden! Aber ich will hier auf dieser Klinik und ihrer „Elite" nicht weiter „herumreiten"; über dieses UniversitätsSpital werde ich zu gegebener Zeit einen eigenen aus dem Jahre 2006 stammenden Artikel publizieren (der damals mit Erfolg dem Schwyzer Verwaltungsgericht zuging) und die dortigen Schwächen aufzeigen. Und man wird sehen können, dass Worte wie „Universität" und „Professor" nicht automatisch immer das halten, was sie zu versprechen vorgeben. Vor allem nicht, wenn es um vorbehaltlose Wissenschaft und Unabhängigkeit geht!
Ich bin einfach ehrlich und sage was ich denke. Das macht die Sache, so zeigt die Praxis, halt oft schwieriger. Aber ich denke, dass es zu Offenheit und Geradheit im Leben keine Alternativen gibt!

 

Am 18.11.09 antwortete der Schweizer Bundesrat auf eine Interpellation mit der Nummer 09.3816:
"3. Wohnprojekte für Umweltkranke könnten auf der Basis des Wohnraumförderungsgesetzes (WFG, SR 842) durch den Bund unterstützt werden. Artikel 2 Absatz 2 WFG statuiert den Grundsatz, dass der Bund innovative Bau- und Wohnformen unterstützt. Artikel 41 Absatz 2 Buchstabe c WFG konkretisiert, dass das Bundesamt für Wohnungswesen exemplarische Projekte mit innovativem und nachhaltigem Charakter fördern kann. Schliesslich werden exemplarische Projekte durch Artikel 46 der Verordnung zum Wohnraumförderungsgesetz (WVF, SR 842.1) insofern privilegiert, als von den Anforderungen an die Gebäude- und Standortqualität, von den Kostenlimiten und von den besonderen Voraussetzungen, die für die Erneuerung von bestehendem Wohnraum gelten, abgewichen werden kann. Eine Unterstützung im Rahmen der verfügbaren Mittel wird somit gewährt, sofern die Projekte die übrigen an die Bundeshilfe geknüpften allgemeinen Anforderungen erfüllen. Bisher wurde jedoch kein Gesuch für ein Wohnprojekt für Umweltkranke gestellt."

Bereits vor Jahren stellte ich ein entsprechendes Gesuch an das Bundesamt für Wohnungswesen in Grenchen. Nach einer etwas nicht ganz koscheren Antwort („Unbedenklichkeit" von Mineral-fasern) dieses Amtes an die Schwyzer Fürsorgebehörde hörte ich von Frau Verena Steiner nichts mehr. Auf eine seinerzeitige Eingabe von mir bekam ich nicht einmal eine Antwort!
Es nützt mir in meinem Falle rein gar nichts, wenn quasi Briefe von Amt zu Amt verschoben werden, sondern ich möchte nach Jahren endlich konkret wissen, ob überhaupt und wie man in meinem Fall z.B. via Verein MCS-Haus (www.mcs-haus.ch) finanziell helfen kann. Vorarbeit dazu habe ich in allerlei erdenklicher Art bereits geleistet und auch dargelegt, dass ein solches Projekts via IV/EL zu zahlender Miete finanzierbar ist bzw. Amortisationen abbezahlt werden könnten und kein Franken „verschenkt" wird. Aber es bräuchte endlich das notwendige Startkapital (Darlehen) plus ein paar gute Profis für die Realisierung!

 

Es muss mir zur Lösung konkret Hand geboten werden!
Es kann doch von mir kaum erwartet werden, dass ich noch weitere Jahre abgeschottet in einem Hotelzimmer wohnen muss, nur weil „das System" offenbar an einer Lösung meines Wohnproblems (noch) kein Interesse zeigt! Es sollte doch endlich eine Lösung für eine MCS-gerechte, schadstofffreie Wohnmöglichkeit geben, wo ich möglichst beschwerdefrei leben kann. Das wäre mein Weihnachtswunsch an Sie!

 

Optimale Voraussetzungen
Für „Bern" böte mein Fall insofern optimale Bedingungen, weil meine Krankheit durch Spezialisten ausgewiesen ist, vom Bundesgericht anerkannt (vgl. EL-Kosten) und im Internet wie kein zweiter von A-Z dokumentiert ist. Ausserdem besitze ich auf dem Gebiet Chemikaliensensibilität/Materialverträglichkeit viel praktisches Know How, das ich in einem solchen Kleinprojekt miteinbringen könnte.
Über Ihre positive Nachricht würde ich mich sehr freuen und wünsche Ihnen frohe Weihnachten!


Mit vorzüglicher Hochachtung

Urs Beeler

 

 

Beilagen:

Mein Kampf für MCS-gerechten Wohnraum